Aufruf zur Unterstützung der Beschäftigten des Botanischen Gartens bei der Kuratoriumssitzung der Freien Universität Berlin am 10.10.2017

Die Beschäftigten und ihre Interessenvertretungen des Botanischen Gartens haben Kenntnis erlangt, dass bei der Kuratoriumssitzung am 10.10.2017 unter dem Tagesordnungspunkt 7 ein weitreichender Beschluss zum anstehenden Betriebsübergang gefasst werden soll.

Vorangegangen ist am 08. Mai 2017 die Ankündigung der Kanzlerin der Freien Universität Berlin, alle ausgegliederten Beschäftigten des Gemeinschaftsbetriebes am Botanischen Garten zum 01.01.2018 in die Freie Universität zurückführen zu wollen. Es soll bei der Kuratoriumssitzung nun ein Beschluss gefasst werden, der den derzeit laufenden Interessenausgleichsverhandlungen zwischen Präsidium der Freien Universität und Betriebsrat vorweggreift. Die Freie Universität versucht den Übergang zu nutzen, um den Bereich Technikservice gegen den Willen der Kolleg*innen und ihrer Interessenvertretungen und ohne hierfür arbeitstechnische Gründe benennen zu können, aus der bisherigen betrieblichen Struktur am Botanischen Garten herauszulösen. Die 10 Techniker*innen sollen künftig FU-weit versetzt werden.

Die Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht ruft deshalb zur Unterstützung der Beschäftigten und ihrer Interessenvertretungen auf, die für die Verortung der Beschäftigten der Kernbereiche Gartenservice, Besucherservice und Technikservice kämpfen. Wir laden dazu ein mit Schildern wie z.B.

„Technikservice bleibt am Botanischen Garten“
„Ein Betrieb, eine Belegschaft, ein Personalrat, eine Gewerkschaft am Botanischen Garten“
„Gewerkschaftliche Strukturen erhalten“

den Forderungen der Interessenvertretungen bei der Kuratoriumssitzung Ausdruck zu verleihen.

Die Kuratoriumssitzung findet im Clubhaus der Freien Universität, Goethestrasse 49, 14163 Berlin am 10.10.2017 um 14:30 Uhr statt.

Hintergrund:

Der Schritt des Präsidiums, die Beschäftigten an die Freie Universität zurückzuführen wird von allen Interessenvertretungen begrüßt, doch wie immer steckt der Teufel im Detail, denn das Präsidium plant den Bereich Technik und damit 10 Techniker*innen aus der betrieblichen Gemeinschaft herauszulösen. Ausgerechnet dieser Bereich, der sich im Arbeitskampf als besonders wirkungsvolle und kämpferische Einheit erwies, soll nicht, wie die beiden anderen Kernbereiche Gartenservice und Besucherservice, in die örtliche Dienststelle am Botanischen Garten, sondern in die Dienstelle der großen Freien Universität Dahlem eingegliedert werden.

Die Techniker*innen sollen damit künftig weder an den Personalratswahlen, Personalversammlungen oder Betriebsgruppensitzungen am Botanischen Garten teilnehmen können. Mit dem Betriebsübergang sollen damit die von den Kolleginnen und Kollegen mühsam errichteten gewerkschaftlichen Strukturen gespalten werden. Das sind aber eben jene gut organisierten Strukturen, die die Beschäftigten des Gemeinschaftsbetriebes in der Vergangenheit vor weiteren Outsourcing- und Stilllegungsplänen bewahrt haben.

Auch aus fachlicher Sicht ist es zwingend erforderlich, dass die Techniker*innen am Botanischen Garten fest verortet sind. Die komplizierten und vielfältigen Anlagen, machen eine langjährige Erfahrung erforderlich. Der Betriebsrat nimmt dazu in einem Schreiben an die Kuratoriumsmitglieder detailliert Stellung.

Die Interessenvertretungen am Botanischen Garten und weitere universitäre Gremien, sowie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stehen hinter den Techniker*innen und veröffentlichten eine Stellungnahme. Auch sie sehen Gartenservice, Besucherservice und Technikservice als zusammenhängende Einheit, deren Tätigkeiten zum jetzigen Zeitpunkt am Botanischen Garten fest zugeordnet sind. Sie gehen Hand in Hand und sollen auch in Zukunft vor Ort organisiert werden. Sie sprechen sich deshalb in ihrer Stellungnahme für die Eingliederung von Gartenservice, Besucherservice und Technikservice als zusammenhängende Einheit in die Zentraleinrichtung Botanischer Garten / Botanisches Museum aus.
Mit Ihrer Position möchten sie sicherstellen, dass nachfolgendes Ziel weiterhin Bestand hat:

Ein Betrieb, eine Belegschaft, eine einheitliche zuständige Interessenvertretungen, die durch Orts- und Sachnähe, die Interessen aller im Botanischen Garten tätigen Mitarbeiter/innen gleichermaßen vertreten sollen.