Naujoks wieder aktiv

Die I-SEC Deutsche Luftsicherheit GmbH, die im Auftrag der Bundespolizei
am Frankfurter Flughafen Luftsicherheitskontrollen durchführt, hat den
berüchtigten Rechtsanwalt Helmut Naujoks engagiert, um den Betriebsrat
zu zerschlagen. Darüber berichtet die Gewerkschaft verdi

Am 6. September wurde beim Betriebsrat die Zustimmung zur Kündigung des
Betriebsrats-Vorsitzenden beantragt und diesem eine „Anfechtung“ seines
Arbeitsvertrages übergeben. Aufgrund teilweise hanebüchener Vorwürfe und
unter Missachtung des besonderen Kündigungsschutzes wurde sein
Arbeitsvertrag für nichtig erklärt. Außerdem wurde sein Flughafenausweis
einbehalten und ihm wurde Hausverbot erteilt. „Der Rausschmeißer“ (so
betitelte ihn die Süddeutsche Zeitung unter Anspielung auf den Titel
einer ARD-TV-Reportage über ihn uns seine Methoden) Naujoks versucht
außerdem im Auftrag des Geschäftsführers Glenn Murphy den Betriebsrat
vom Arbeitsgericht absetzen zu lassen.

Seit Monaten versucht der Betriebsrat, Verbesserungen im Bereich
Dienstplanung, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie die Einhaltung von
Tarifverträgen durchzusetzen. Als der Betriebsrat eine
Betriebsversammlung vorbereitete und die noch offenen Angelegenheiten
gerichtlich klären lassen wollte, eskalierte der Konflikt. Mit
unlauteren Methoden wird die Mitbestimmung im Unternehmen behindert.

„Dass dies bei einer Firma vorkommt, deren Mitarbeiter im Auftrag der
Bundespolizei hoheitliche Aufgaben ausüben, ist ein starkes Stück“, so
Guido Jurock, Gewerkschaftssekretär vom Fachbereich Besondere
Dienstleistungen von verdi. Der Landesfachbereichsleiter Mathias Venema
meint: „Wir sehen durch dieses Vorgehen auch die Sicherheit des
Luftverkehrs gefährdet. Wie sollen sich die Mitarbeiter auf die
Kontrollen konzentrieren, wenn sie gleichzeitig jederzeit mit einer
rechtswidrigen Kündigung rechnen müssen? Hier ist der Auftraggeber
gefragt. Das Bundesinnenministerium muss diesem Treiben sofort ein Ende
setzen! Es kann ja wohl nicht sein, dass Minister de Maizière bei seinem
Auftragnehmer ein solches Treiben duldet.“

ver.di fordert Geschäftsführer Murphy auf, mit dem Betriebsrat wieder im
Sinne der Beschäftigten zusammenzuarbeiten. Sollte das Untengemen weiter
die Auseinandersetzung suchen, prüft die Gewerkschaft rechtliche
Schritte. „Jedem betroffenen ver.di-Mitglied werden wir
selbstverständlich Rechtsschutz gewähren“, so Guido Jurock.


Martin Rapp
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