Berlinale 2018: Sitzverbot für Beschäftigte im Service beim Kinobetreiber CineStar … Morgen Aktion, 17 Uhr Potsdamer Platz

P R E S S E I N F O R M A T I O N, ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg

Berlin, 16. Februar 2018

Berlinale 2018: Sitzverbot für Beschäftigte im Service beim Kinobetreiber CineStar

Die Vereine Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat vor Beginn der Berlinale 2018 die Arbeitsbedingungen der meisten Berliner Spielstätten des Festivals überprüft. Die Überprüfung ergab, dass insbesondere von dem Kinobetreiber CineStar wesentliche gesetzliche Schutzbestimmungen im Gesundheitsschutz nicht eingehalten werden und dass die demokratische Mitbestimmung der Betriebsräte systematisch nicht beachtet wird.

ver.di kritisiert zudem die permanente personelle Unterbesetzung in fünf von sechs Berliner CineStar Kinos, so werden über 50 Überlastungsanzeigen der Mitarbeiter im CineStar Tegel von der Geschäftsführung ignoriert. Durch die Unterbesetzung im Servicebereich müssen die Beschäftigten teilweise zwischen den Vorstellungen rennen, um die Kinos zu reinigen.

Desweiteren kritisiert ver.di den mangelnden Gesundheitsschutz in den Berliner CineStar Kinos. Die Arbeitgeberin richtet in einzelnen Kinos keine Arbeitsschutzausschüsse ein. Ein besonders krasser Verstoß gegen Schutzbestimmungen ist es, Beschäftigten in der Gastronomie und in dem Einlass es nicht zu erlauben, sich während der Arbeitszeit hinzusetzen, auch wenn kein Gast weit und breit zu sehen ist. Teilweise stehen die Beschäftigten sogar auf unrenovierten Betonböden. Von den Betriebsräten eingeforderte Stehhilfen und Anti-Ermüdungsmatten werden von der Geschäftsführung in Lübeck abgelehnt, insbesondere in dem CineStar-Original am Potsdamer Platz, dem ständigen Berlinale Kino. Die Berlinale selbst beschäftigt in den CineStar Kino eigene Beschäftigte, die sich während der Arbeitszeit hinsetzen dürfen. CineStar stellt zudem keine angemessene Schutzkleidung zur Popcornproduktion im CineStar Tegel zur Verfügung.

Neben dem mangelnden Gesundheitsschutz verfolgt die Geschäftsführung in der Zusammenarbeit mit den Betriebsräten die Strategie des „Kleinkrieges“. In wesentlichen Themen der Mitbestimmung verweigert die Geschäftsführung planvoll und systematisch die Mitbestimmung der Betriebsräte und drängt diese in permanente Rechtauseinandersetzungen und Gerichtsverfahren bis zum Bundesarbeitsgericht. Ziel dieser Strategie der Geschäftsführung ist es nach Einschätzung von ver.di, die betriebliche Mitbestimmung in den Kinos wesentlich zu behindern.

Am morgigen Samstag, dem 17. Februar 2018 wird ver.di ab 17:00 Uhr vor der Berlinale am Potsdamer Platz Uhr gegen den mangelnden Gesundheitsschutz in den Berliner CineStar Kinos protestieren: „Wir fordern das Unternehmen auf, die Mitbestimmung der Betriebsräte zu achten und den Beschäftigten zu erlauben, sich während der Arbeit hinzusetzen. Wenn die Gäste im Kinos sitzen und der Film läuft, muss kein Beschäftigter wie eine Palastwache vor dem Kino stehen“, sagt ver.di-Gewerkschaftssekretär Jörg Reichel. Weitere Aktionen von ver.di sind für den 24. und 25.Februar 2018 geplant.

Für Rückfragen:
Jörg Reichel, ver.di Berlin-Brandenburg, Fachbereich 8 Medien, Kunst und Industrie, Tel.: (030) 8866 – 5408, mobil: 0151-62425560.

Advertisements