Aktuelles

Solidaritätsaufruf : Wo Ist Lukas?

Heute Lukas, morgen Du?

Die Zahl der für ihre Rechte kämpfenden wird immer größer, aber es gibt nur wenige, die sich im Interesse ihrer Kolleg*innen aus dem Schutz der Masse heraus wagen. Es gibt immer nur eine Hand voll Menschen, die sich dafür zur Verfügung stellen. Und doch lebt der Kampf auch von diesen Leuten, die öffentlich aussprechen, was die meisten von uns sich nicht zu trauen wagen. Ein Grund dafür ist die stetige Gefahr als „Rädelsführer“ oder „Unruhestifter“ durch seine Arbeitgeber*innen gebrandmarkt, verfolgt und bestraft zu werden. Diese Methode ist so alt wie die Steinkohle und immer dort effektiv, wo es den Arbeitgeber*innen gelingt, diese betroffenen Menschen still und leise zu separieren. Unser einziger Schutz dagegen ist die organisierte Solidarität in Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräten und der Schritt in die Öffentlichkeit.

Lukas Schmolzi ist das Gesicht und die Stimme des Arbeitskampfes am botanischen Garten Berlin. In seiner Funktion als Betriebsratsvorsitzender und ver.di-Gewerkschaftsmitglied dort, war er naturgemäß in der o.g. Rolle, die er auch mit Erfolg ausfüllte. Seine Kolleg*innen und er haben 2016 mit ihrem erfolgreichen Kampf nicht nur ein bis dahin unmöglich erscheinendes Ziel erreicht, sondern ein deutliches Signal an alle gesendet, die in ihrem Arbeitsalltag unzufrieden sind. Das Signal hieß: Kämpfen lohnt sich!

Über den Kampf und alles was danach passierte ist viel dokumentiert, so dass wir hier nicht weiter darauf eingehen müssen:

https://www.verdi.de/themen/nachrichten/++co++be0260d4-815f-11e6-9e12-525400940f89,

http://www.baga-berlin.de/

Was aus diesen Links hervor geht, ist offensichtlich. Jede*r, der in diesem System sich für seine/ihre Rechte und die anderer einsetzt, kann und wird mit Repressalien bis hin zu Kündigungen drangsaliert. Lassen wir das zu, dann schützt auch nicht mehr die Anonymität der Masse, in der sich der Großteil von uns sicher fühlt. Was unweigerlich zu noch stärkerem Abbau unserer Rechte im Arbeitsalltag und Sozialabbau führen wird.

Es ist unsere Aufgabe, als Gewerkschafter*innen und Personal-/Betriebsräte uns und unsere Mitglieder und Kämpfer*innen wie Lukas uneingeschränkt zu schützen und zu unterstützen.

Wir appellieren ausdrücklich an haupt- und ehrenamtliche Kolleg*innen und Gremien bei ver.di, alles Erforderliche zum Schutz eines aktiven Mitglieds zu unternehmen.

Aus diesem Grund, rufen wir zu einer Unterschriftensammlung für Lukas Schmolzi auf.

Vorlage zum Unterschreiben: Alle_für_Lukas_Soliaufruf_blanco

Erstunterzeichner*innen: Unterschriftenliste

 

sowie

Die Bildungssektion des Allgemeinen Syndikats Berlin der FAU und die AG Gegen Union Busting des Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg (Link zur Sammlung Hamburg ) unterstützen die Kampagne für Lukas Schmolzi und schickten uns Unterschriftensammlungen.

Solidarität ist unsere Stärke!

https://berlineraktiongegenarbeitgeberunrecht.wordpress.com/2019/01/13/unterschriftenkampagne-wo-ist-lukas/

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2 Gedanken zu “Aktuelles

  1. Hallo liebe Kollegen,
    gestern habt Ihr am Hauptbahnhof (Berlin) Flugblätter verteilt. So bin ich auf diese Internetseite gestossen und möchte ein paar Gedanken loswerden.
    Die von Euch beschriebene Praxis mit der Totmanntaste ist ganz klar nicht legal. Eine Pause ist ein Zeitraum, wo der Arbeitnehmer vollkommen frei von Arbeitspflichten ist. Er kann machen was er will und er kann das, was er macht, da machen wo er will. Er kann sich also frei von der Taxe wegbewegen und meinetwegen unbeobachtet 50 Liegestütze machen.
    Den Prozess wird der Arbeitnehmer ganz klar gewinnnen wenn er die tatsächliche Praxis vor Gericht beweisen kann.
    Aber leider glaube ich nicht, dass damit der Mindestlohn in der Branche durchgesetzt wäre. Die Arbeitsverträge würden einfach nur umgeschrieben werden. Also zum Beispiel so: §1. Der Arbeitgeber verpflichtet sich dem Arbeitnehmer an fünf Tagen die Woche jeweils von 6 Uhr bis 18 Uhr ein Taxe zu stellen. § 2 Der Arbeitnehmer verpflichtet sich seine tatsächlich geleistete Arbeitszeit zu protokollieren und einmal monatlich beim Arbeitgeber einzureichen. (In diesem Zusammenhang möchte der Arbeitgeber darauf hinweisen, das erst bei einem Mindestumsatz von mindestens 25,00 Euro pro Stunde und einem Gesamtumsatz pro Schicht von 150 Euro ein wirtschaftlicher Taxenbetrieb möglich ist. Sollte diese Marken auf längere Dauer unterschritten werden muss das Arbeitsverhältnis aus ökonomischen Gründen beendet werden.) —- Naja und wie es dann in der Praxis weiterläuft ist ja klar.
    Wenn von den zugelassenen 8000 Taxen nur noch 6000 übrig blieben könnte der Mindestlohn vielleicht richtig Gesetzeskonform gezahlt werden. Aber dann hätten 25% der Kollegen keinen Arbeitsplatz mehr. Das ist auch zu bedenken beim Kampf um den Mindestlohn im Taxigewerbe. Oder was auch möglich ist, ist dass alle Arbeitnehmer plötzlich bei den Arbeitszeiten nicht mehr mitreden dürfen. Also zum Beispiel mal am Tage mal in der Nacht mal am Wochenende und an Feiertagen arbeiten müssen. Naja das sind jetzt meine persönlichen Ängste und das führt hier jetzt auch zu weit.
    Ihr nennt Euch Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht. Das ist vollkommen in Ordnung und ist auch der richtige Name für das Thema „Totzmanntaste“. Ich glaube aber dass die „Totmanntaste“ für den Arbeitnehmer nicht das grösste Problem ist. Wenn es im Internet eine Seite gäbe, wo Arbeitnehmer ihre Arbeitsbedingungen miteinander vergleichen könnten und dann noch heraus bekommen könnten bei welchen Arbeitgebern sie welche Arbeitsbedingungen vorfinden könnten wäre das glaube ich eine wirklich grosse Hilfe für Taxi-Arbeitnehmer. Allein die Angabe „ich bekomme 35% vom Umsatz“ sagt ja überhaupt nichts aus. 35% von was? 35% von Taxameterumsatz oder 35% Taxameterumsatz abzüglich der Mehrwersteuer? Gehen von diesen 35% noch die Sozialversicherungen ab oder sind diese 35% das was ich dann tatsächlich bar (in Hartgeld, auf die Kralle ) ausgezahlt bekomme? Bekomme ich diese 35 % auch für den gesetzlichen Urlaub von 24 Tagen oder gar 30 Tagen weitergezahlt oder nicht? Was ist mit der Bezahlung an gesetzlichen Feiertagen? Naja und dann gibt es noch die vielen anderen wichtigen Arbeitsbedingungen: Ist die Taxe alt oder neu? Wie lange brauche ich um zum Arbeitsplatz zu kommen. Wie flexibel kann ich meine Schichttage bekommen? etc. etc.
    Wenn man da den Kollegen ein paar seriöse Vergleichsmöglichkeiten bieten könnte und andeuten könnte wo sie wirklich einen fairen Arbeitgeber finden könnten, dann wäre wirklich für viele Kollegen eine ganze Menge erreicht.
    Also vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit, vielen Dank für Euer Engagement macht weiter so
    Euer Gustav Meyer-Meyer

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    1. Hallo Gustav Meyer-Meyer,
      Du stellst die richtigen Fragen und machst Dir die Gedanken, die sich sicher viele machen. Auch wir! Die Anregung zu der Seite für den Austausch von Kollegen untereinander könntest Du mal am Regeltreffen der AG-Taxi bei ver.di in Berlin, Köpenicker Str. 30 mit den Kollegen diskutieren. Jeden dritten Dienstag im Monat ab 18 Uhr.
      Zur Zeit ist einiges im Gewerbe dabei sich zu bewegen. Die Änderungen betreffen Fahrer und Betreiber! Das hier im Detail dar zu legen geht zu weit. Auch das ist ein Grund für das Mitmachen bei der AG-Taxi!
      Gruß Burkhard Zitschke (VLV/AG-Taxi bei ver.di in Berlin)

      Gefällt 1 Person

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